Die AG.



Ansprechpartner

Holger Freitag SV-Lehrer


Hans-Peter Lau SV-Lehrer


Dr. Robert Seidel


"Modellbau eines KZ"-Gruppe:
Lehrer: Hans-Peter Lau
Schüler: Jonas Bußmann, Andre Gergolla, David Ils, Sarah Plaumann, Lisa Kleine Kappenberg, Denise Renoldi, Rebecca Schwerin, Peter Sajonz

Ghetto-Gruppe:
Lehrer: Robert Seidel
Gruppe 1 (Warschau): Tobias Adam, Nathaly Nagler, Rebecca Brunner, Lara Albers
Gruppe 2: Anna-Marie Uber, Lena Strauß, Sarah Sieger, Carla Niehoff, Louisa Lorenz

"Janusz Korczak"-Gruppe:
Lehrer: Holger Freitag
Schüler: Fabian Lötzbeyer, Philipp Stockhofe, Hendrik Kleine-Hohmann, Melissa Klaas, Regine Padberg



Ausgangssituation

Jährlich wird Ende Januar an der Städt. Realschule Haltern am See für die Jahrgangsstufe 10 ein Projekttag zur Erinnerung an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durchgeführt. Durch diesen Projekttag soll ein nachhaltiger Beitrag zum Toleranz- und Demokratieverständnis an unserer Schule geleistet werden.

Der Ausgangspunkt für das Engagement unserer Schule in diesem speziellen Erziehungsbereich ist in der Person Alexander Lebenstein zu finden. Alexander Lebenstein ist der letzte überlebende Jude der Shoa aus Haltern. Er lebt seit Ende der vierziger Jahre in Richmond/Virginia USA.

Als Mitte der 90er Jahre Schüler unserer Schule Kontakt zu Alexander Lebenstein aufnahmen, entstand eine dauerhafte Freundschaft und Zusammenarbeit. Alexander Lebenstein hatte mit Deutschland zum damaligen Zeitpunkt abgeschlossen. Nach seinen Begegnungen vollzog sich in ihm eine Wandlung und er verstand sich erstmals nach den ersten Treffen mit den Kindern einer neuen Generation als Zeitzeuge mit der Verantwortung, seine Geschichte zu erzählen und vor allem sich für Toleranz und Kommunikation zwischen den Kulturen und Religionen einzusetzen. Seit diesem Zeitpunkt ist er an Schulen und Institutionen in den Vereinigten Staaten als Referent für Toleranz und Botschafter der Arbeit unserer Schule aktiv.

Diese Freundschaft zu ihm hatte im Jahr 2003 ihren vorläufigen Höhepunkt mit der Einweihung eines Waggons und der Ernennung von Alexander Lebenstein als Pate dieses Projektes sowie unserer Schule. Dieser Waggon ist sowohl ein Ort zur Erinnerung an die deportierten und vernichteten Juden Europas als auch Ausstellungsfläche für Unterrichtsprojekte.

Unsere Schule wurde für dieses Engagement mit dem Titel ‚Schule mit Courage – Schule ohne Rassismus’ ausgezeichnet.


Geburt und Umsetzung einer Idee

Zu Beginn des Schuljahres 2007/08 stand die Überlegung im Raum, erstmalig eine Gedenkstättenfahrt für Schüler der Jahrgangsstufe 10 anzubieten. Daraus erwuchs die Motivation, mit diesen Schülern den jährlichen Auschwitzgedenktag Ende Januar vorzubereiten und die Gedenkstättenfahrt als Abschluss der gemeinsamen Arbeit zu nutzen. 24 Schülerinnen und Schüler haben sich im September 2007 aus den sechs 10. Klassen gefunden, diese Grundidee gemeinsam drei Lehrern in ihrer Freizeit umzusetzen. Die Inhalte des Gedenktages ‚Korczak – Ghettos – Treblinka’ entstanden aus der Reflektion des Filmes ‚Der Pianist’.

Im weiteren Verlauf der Arbeit hat sich die Gruppe in die drei Themengebiete aufgeteilt. Jeweils donnerstags in der 7. und 8. Unterrichtsstunde wurden zunächst Arbeitsschwerpunkte gesucht, Inhalte verteilt und nach und nach umgesetzt.

Ende Oktober 2007 sind die verantwortlichen Lehrer der AG an die Geschichtskollegen des 10. Schuljahres herangetreten, um ein Konzept für den diesjährigen Projekttag der Jahrgangsstufe vorzustellen. Ein Ziel im Rahmen dieses speziellen Projekttages ist die Einbindung der kompletten Jahrgangsstufe in die Vorbereitung und Umsetzung des Tages. Jeder Schüler soll ein kurzes Referat, eine Präsentation oder irgendetwas Ähnliches zum Projekttag beitragen.

Die Schüler als auch die Lehrer der Arbeitsgemeinschaft waren während der Umsetzungsphase sowohl Ansprechpersonen für die zugearbeiteten Produkte der Jahrgangsstufe als auch Architekten des Fundaments, Mauerwerks und letztendlich des Gesamtbauwerks ‚Projekttag’.


Ausblick

Im Verlauf dieses Schuljahres wird erstmalig eine deutschlandhistorische Fahrt mit den Schülern der Arbeitsgemeinschaft nach Berlin durch-geführt. Schwerpunkt dieser Fahrt ist die Aus-einandersetzung mit den Verbrechen der Nazidiktatur an den Juden Europas.


Alexander Lebenstein war während des gesamten Projektes immer im Hintergrund präsent, als Motivator aktiv und zeigte sich sehr interessiert hinsichtlich der geplanten Gedenkstättenfahrt Ende Mai 2008 nach Berlin. Überraschend für alle Beteiligten kam im Februar seine Zusage, an dieser Fahrt gemeinsam mit den Schülern und Lehrern der Arbeitsgemeinschaft teilzunehmen. Er verbindet Berlin mit seinem lang gehegten Wunsch, in den Wäldern Rigas für seine verstorbenen Eltern zu beten. Im Anschluss an die Fahrt nach Berlin wird Alexander Lebenstein der Titel des Ehrenbürgers der Stadt Haltern am See verliehen und unsere Schule in ‚Alexander Lebenstein Realschule Haltern am See’ umbenannt. (Zum Zeitpunkt der Abgabe des Wettbewerbsbeitrages ist die Namensneubenennung der Schule noch nicht durch sämtliche Gremien und daher noch nicht definitiv.)

Im Rahmen der Namensgebung bereitet die Arbeitsgemeinschaft momentan eine Projektwoche für die gesamte Schülerschaft unserer Schule vor, um eine nachhaltige Identifikation und inhaltliche Auseinandersetzung mit der Person Alexander Lebenstein und seinem Einsatz für Toleranz zu ermöglichen.



Dieser Projekttag ist ein Schwerpunktthema der Erziehungsarbeit unserer Schule im Bereich Toleranz- und Demokratiedenken.