Projekttag 2006 - Die Nürnberger Prozesse.


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Hintergrundinformationen


Einführung

"Kriegsverbrecher und alle diejenigen, die an der Planung oder Verwirklichung nazistischer Maßnahmen, die Gräuel oder Kriegsverbrechen nach sich zogen oder als Ergebnis hatten, teilgenommen haben, sind zu verhaften und dem Gericht zu übergeben."

So lautete ein Passus im Potsdamer Abkommen zwischen den Siegermächten des Zweiten Weltkriegs. Dass "das Gericht" sich nur aus Vertretern der vier Alliierten zusammensetzen würde, stand außer Frage. An eine deutsche Beteiligung war offenbar nie gedacht worden. "Vielleicht war die Einsicht richtig, dass Deutsche zu jenem Zeitpunkt über Taten und Untaten Deutscher überhaupt nicht angemessen hätten urteilen können. Vielleicht hätten sie überreagiert, vielleicht geschont. Vermutlich wären deutsche Richter kurz nach dem Kriegsende einfach überfordert gewesen, die eigene jüngste Geschichte juristisch aufzuarbeiten; waren doch fast alle Deutschen in voller Flucht aus ihrer Vergangenheit begriffen: betäubt, gewillt zu vergessen, froh, überlebt zu haben, einzig bestrebt, die augenblickliche minimale Existenz zu sichern." (Der Historiker Christian Zentner).

Gewinner richten über Verlierer

Dies war ein Punkt, der an der Legitimität des Nürnberger Tribunals zweifeln ließ und ihm bis in die heutige Zeit nicht nur aus dem ultrarechten Lager den Vorwurf der Ausübung von "Siegerjustiz" eintrug. Weder in der Haager noch in der Genfer Konvention war von einer gerichtlichen Strafinstanz zur Aburteilung unterlegener Kriegsgegner die Rede. Die deutsche Verteidigung bemühte sich deshalb darum, dem Gericht die Zuständigkeit abzusprechen. Das Gericht aber lehnte jede Infragestellung seiner Legitimation ab und stellte fest: "Dem Gerichtshof ist die Vollmacht verliehen worden, alle Personen abzuurteilen, die Verbrechen gegen den Frieden, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit nach den im Statut festgelegten Begriffsbestimmungen begangen haben." Unter Völkerrechtlern ist jedoch die Legitimität dieses ersten internationalen Kriegsverbrechertribunals noch heute umstritten.

Der Vorwurf der "Siegerjustiz" kann noch durch die Tatsache bekräftigt werden, dass die sowjetrussischen Ankläger und Richter einer Macht angehörten, auf deren Konto unbestreitbar Kriegsverbrechen gingen, etwa der Massenmord an polnischen Offizieren in Katyn. Um die Einigkeit der ehemaligen Kriegsverbündeten, die bereits durch die Schatten des kommenden Kalten Krieges schwer bedroht war, wenigstens im Prozess gegen den gemeinsamen Gegner noch zu wahren, beschlossen die Westalliierten, das Thema einfach auszuklammern. Ebenfalls ausgeklammert wurde auf sowjetisches Verlangen die heikle Frage des geheimen Zusatzabkommens zum Nichtangriffspakt zwischen der Sowjetunion und Hitlerdeutschland von 1939, in dem der Sowjetunion u.a. ein Teil Polens zugesichert wurde.

Große und wichtige Prozesse

Allen Einwänden ist aber entgegen zu halten, dass dem Nürnberger Prozess ein enormes zeitgeschichtliches und auch moralisches Verdienst zukommt durch die schonungslos und mit größter Gründlichkeit durchgeführte Aufdeckung der Naziverbrechen. Dies ist einem Gericht zu verdanken, dass sich - mit Ausnahme der "blinden Flecken" auf der russischen Seite - um ein Höchstmaß an Objektivität und Gerechtigkeit bemühte.

Das Ausmaß des Prozesses sprengte alle bis dahin bekannten Dimensionen: "An 218 Tagen wurde verhandelt. Das Sitzungsprotokoll umfasst 4 Millionen Wörter und füllte 16.000 Seiten. Von der Anklage wurden 2.360 Beweisdokumente vorgelegt, von der Verteidigung 2.700. Das Gericht hörte 240 Zeugen und prüfte 300.000 eidesstattliche Erklärungen. 27 Hauptverteidiger traten auf, unterstützt von 54 Assistenten und 67 Sekretärinnen." (Chr. Zentner).

Über drei Arten von Verbrechen wurde verhandelt: Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit (ein Begriff, den es als juristischen Tatbestand zuvor nicht gab) und Verbrechen gegen den Frieden.

Die Angeklagten

Hitler selbst, sein Propagandaminister Goebbels und SS-Chef Himmler hatten sich der menschlichen Gerichtsbarkeit durch Selbstmord entzogen. Gegen Hitlers Vertrauten Martin Bormann, den man noch am Leben vermutete, wurde in Abwesenheit verhandelt. Robert Ley, der Führer der so genannten "Deutschen Arbeitsfront", ein schwerer Alkoholiker, war zwar verhaftet worden, beging aber noch vor Beginn des Prozesses ebenfalls Selbstmord. Gegen den Großindustriellen Gustav Krupp konnte wegen Krankheit nicht verhandelt werden.

Es blieben 21 Angeklagte. Zwölf von ihnen wurden zum Tode verurteilt, zehn hingerichtet, drei freigesprochen, die anderen erhielten langjährige Haftstrafen. In seinen Urteilen umging das Gericht die Anwendung rückwirkender Gesetze. Die Verurteilung der Angeklagten wäre vor einem deutschen Gericht kaum anders ausgefallen (1946 war in Deutschland die Todesstrafe noch nicht abgeschafft!). Auch gegen vier NS-Organisationen erging ein Urteil: NSDAP, Gestapo, der SD und die SS wurden als verbrecherisch eingestuft.

Die drei Sendungen befassen sich mit den angeklagten Personen in kurzen Lebensbildern, Dokumenten und Auszügen aus den Verhandlungsprotokollen sowie dem "Nürnberger Tagebuch" des amerikanischen Gerichtspsychologen G. M. Gilbert. Nicht jede von ihnen kann mit der gleichen Ausführlichkeit behandelt werden, die einzelnen Titel der Sendungen verweisen bereits auf die Schwerpunkte, die gesetzt werden.

1. Sendung: Politiker

Joachim von Ribbentrop

Außenminister Joachim von Ribbentrop, ein politischer Amateur, der in die Sektdynastie Henckell eingeheiratet hatte, war erst relativ spät zu Hitler gestoßen, diente ihm aber dafür mit bedingungsloser Ergebenheit. Er machte sich zum willigen Werkzeug von Hitlers Aggressionsplänen. Diensteifrig "unterstützte er Hitlers mörderische Judenpolitik, indem er die Regierungen der befreundeten und unabhängigen Länder unter Druck setzte, die Juden auszuliefern." (Chr. Zentner) Sein Urteil: Tod durch den Strang.

Hans Frank

"Deutschland ist auf tausend Jahre entehrt!" Der Generalgouverneur im besetzten Polen, Parteigenosse seit 1923 und Hitlers wichtigster juristischer Berater, war berüchtigt als der Judenschlächter von Krakau ("Hier haben wir mit dreieinhalb Millionen Juden begonnen, von denen sind nur noch wenige Arbeitskompanien vorhanden, die anderen sind - sagen wir einmal - ausgewandert."). Dass Frank sich gegen Ende des "Dritten Reiches" vorsichtig vom NS-Regime zu distanzieren suchte, wurde ihm nicht mildernd angerechnet. Im Gefängnis zum Katholizismus übergetreten, betrachtete er sein Todesurteil als gerechte Strafe.

Wilhelm Frick

"Ich wollte alles auf legalem Weg erreichen. Schließlich bin ich ja Jurist." Wilhelm Frick war ein alter Kämpfer der ersten Stunde. Von 1933 bis 1943 war der Jurist Reichsinnenminister. Er war z.B. verantwortlich für die unmenschlichen Nürnberger Rassengesetze "zum Schutz der deutschen Ehre und des deutschen Blutes". 1943 schob ihn Hitler auf den Posten des Reichsprotektors für Böhmen und Mähren ab, wo er sich zahlloser Grausamkeiten schuldig machte. Frick wurde zum Tod durch den Strang verurteilt.

Fritz Sauckel

"Von den fünf Millionen ausländischen Arbeitern, die nach Deutschland gekommen sind, sind keine 200.000 freiwillig gekommen." Hitlers "Generalbevollmächtigter für den Arbeitseinsatz" Fritz Sauckel, ein Arbeiter, der früh schon zur NSDAP gefunden hatte, war zuständig für die Beschaffung von über fünf Millionen ausländischen Zwangsarbeitern für die deutsche Rüstungsindustrie, die zum Teil mit brutalen Methoden durchgeführt wurde. Sein Urteil: Tod durch den Strang.

Arthur Seyss-Inquart

Ebenfalls hingerichtet wurde Arthur Seyss-Inquar, der maßgeblich am Anschluss Österreichs mitgewirkt hatte. 1938 Reichsstatthalter in Wien, wurde er 1940 Reichskommissar für die besetzten Niederlande und in dieser Funktion verantwortlich für die Auslieferung von 117.000 Juden.

Albert Speer

Hitlers Architekt und über lange Zeit begeisterter Anhänger seines "Führers", hatte ab 1943 große Erfolge als Rüstungsminister. Als in den letzten Kriegsmonaten Deutschlands Niederlage überdeutlich wurde, versuchte er Hitlers Befehle zu unterlaufen. Er bekannte sich schuldig und wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt: "Der Prozess ist notwendig. Eine Mitverantwortlichkeit für solch grauenvolle Verbrechen gibt es sogar in einem autoritären Staat."

Trittbrettfahrer

Lebenslänglich erhielt Hitlers Wirtschaftsminister, der politisch eher unbedeutende Walter Funk, wegen seiner Mitwisserschaft an den Judenmorden Freispruch. Ebenso wie er werden in der Sendung Hitlers "Steigbügelhalter" Franz von Papen, der Finanzexperte Hjalmar Schacht ( beide Freispruch) sowie der Vorgänger Ribbentrops als Außenminister Konstantin von Neurath (15 Jahre Haft) nur am Rande behandelt.

Die nach Hitler lange Zeit wichtigste politische "Größe" des Nationalsozialismus, Hermann Göring, war als Oberbefehlshaber der deutschen Luftwaffe maßgeblich auch im militärischen Bereich tätig und wird in der 3. Sendung (Militärs) behandelt werden.

2. Sendung: Ideologen und Bürokraten

Alfred Rosenberg

"Wir wollten nur das Judenproblem friedlich lösen." Auch er war ein Nazi der ersten Stunde. Mit seinen antisemitischen, sich philosophisch gebenden Schriften wie "Der Mythus des 20. Jahrhunderts", in denen das Herrenmenschentum der "nordischen Rasse" verherrlicht wurde, untermauerte Rosenberg Hitlers Rassenwahn. Ab 1941 war der Ideologe Rosenberg "Reichsminister für die besetzten Ostgebiete". In dieser Funktion war er hauptverantwortlich für die Judenermordungen in Osteuropa. "Zwar protestierte er bei Hitler gegen die Lebensbedingungen der Bevölkerung in der deutschbesetzten Ukraine und gegen die Behandlung der sowjetischen Kriegsgefangenen, die zu Millionen in deutschen Lagern umkamen. Hitler aber würdigte ihn nicht einmal einer Antwort." (Ch. Zentner). In Nürnberg wurde Alfred Rosenberg zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Julius Streicher

Der Gauleiter von Franken (bis 1940) wurde berüchtigt als Herausgeber des antisemitischen Hetzblattes "Der Stürmer", von dem sogar manche ansonsten überzeugte Nationalsozialisten Abstand nahmen. Streicher war auch bekannt als fanatisch geifernder Redner. Er war ein Psychopath, der wegen verschiedener Affären nach 1940 seiner Parteiämter verlustig ging und mit Redeverbot belegt wurde. Vor dem Nürnberger Tribunal bestritt er jede Schuld, bekannte sich aber voll zu seiner propagandistischen Tätigkeit, die er als "Aufklärung" bezeichnete. "Auf jeden Fall wird dieser Prozess vom Weltjudentum beherrscht!", meinte er. Sein Urteil: Tod durch den Strang.

Rudolf Heß

war Hitler-Anhänger seit der Gründung der NSDAP 1920. Während Hitlers Festungshaft nach dem Putschversuch vom 9. November 1923, an dem Heß ebenfalls beteiligt war, durfte er an "Mein Kampf" mitarbeiten. In Partei und Regierung hatte er in der Folge trotz diverser hoher Ämter (Hitler machte ihn sogar zu seinem zweiten Stellvertreter) und trotz seiner bedingungslosen Ergebenheit für seinen "Führer" wenig Einfluss. 1941 versuchte er auf sich aufmerksam zu machen, indem er - wahrscheinlich auf eigene Initiative - nach England flog, um Churchill ein Friedensangebot zu unterbreiten. Von deutscher Seite wurde er daraufhin für unzurechnungsfähig erklärt. Als geistesverwirrt erscheint Heß auch vor dem Nürnberger Gericht, das ihm unterstellte, zu simulieren. Rudolf Heß wurde zu lebenslanger Haft verurteilt und endete als letzter Nazi-Gefangener 1987 durch Selbstmord.

Baldur von Schirach

konnte als "Reichsjugendführer" ungezählte Jugendliche für die HJ begeistern, unter anderem auch mit seinen Liedern, gelangte jedoch in Partei und Staat zu keinem größeren Einfluss. Ab 1940 war er Gauleiter und "Reichsstatthalter" in Österreich. Für die Deportation von 185.000 Juden in die Vernichtungslager war er nicht direkt verantwortlich, sie geschah jedoch während seiner Amtszeit. Schirach wurde zu zwanzig Jahren Haft verurteilt.

Ernst Kaltenbrunner

Der Österreicher wurde nach dem Tod Reinhard Heydrichs Anfang 1943 Chef des Reichssicherheitshauptamtes und damit Herr über SD und Gestapo, ein hervorragend funktionierender und skrupelloser Bürokrat. Ihm unterstand auch das Amt für die "Endlösung der Judenfrage". Er ließ zahlreiche abgesprungene Bomberpiloten ermorden, ebenso geflohene und wieder gefasste Kriegsgefangene. Trotzdem fühlte er sich keiner Kriegsverbrechen schuldig. 1944 übernahm er von Admiral Canaris die Auslandsabwehr. Sein Urteil: Tod durch den Strang.

Martin Bormann

In Abwesenheit zum Tode verurteilt wurde der seit Hitlers Tod verschollene Bormann, seit 1941 Leiter der Parteikanzlei und "Sekretär des Führers". Selbst Hitler bezeichnete ihn als brutal und hatte sich durch sein Organisationstalent, seine Schläue und Rücksichtslosigkeit eine herausragende Machtstellung erworben. Er erfreute sich des uneingeschränkten Wohlwollens seines Chefs und war wegen seines Insider-Wissens gefürchtet bei allen anderen führenden Nationalsozialisten. Bormanns Skelett - er war offenbar an den Folgen eines Autounfalls gestorben - wurde erst 1972 gefunden.

Der NS-Radio-Propagandist Heinz Fritzsche, der während des Prozesses Reue zeigte und gegen sowjetischen Protest freigesprochen wurde, wird in der Sendung nur am Rande behandelt.

3. Sendung: Militärs

Hermann Göring

"Reichsmarschall" Göring, der prunkliebende Zyniker, jovial und brutal, stand lange Zeit seinem "Führer" am nächsten und sollte gegebenenfalls seine Nachfolge antreten. Nach der Reichspogromnacht 1938 erlegte er den geschädigten Juden eine "Sondersteuer" von einer halben Milliarde Reichsmark auf. Zwar wirkte er maßgeblich beim Anschluss Österreichs mit und bei der Zerschlagung der "Rest-Tschechei", hatte jedoch - nicht aus moralischen, sondern aus rüstungspolitischen Gründen - Bedenken gegen Hitlers eigentlichen Angriffskrieg. Seine Luftwaffe hatte in den ersten Kriegsjahren große militärische Erfolge, versagte jedoch dann zunehmend. Sein Ansehen bei Hitler sank ("eine drogensüchtige Niete!"), und als er kurz vor Kriegsende Verhandlungen mit den Alliierten anstrebte, wurde er aus der NSDAP ausgestoßen. In amerikanischer Gefangenschaft wurde der Morphinist Göring auf Entzug gesetzt, so dass er sich beim Prozess mit beträchtlichem Geschick und großer Dreistigkeit verteidigen konnte. Seiner Hinrichtung ("Mich hängen sie nicht!") entzog er sich durch Selbstmord.

Wilhelm Keitel

"Lakeitel" hieß hinter vorgehaltener Hand in Offizierskreisen der Chef des "Oberkommandos der Wehrmacht". Er war das "willfährigste Instrument des Diktators im militärischen Bereich, gab bedenkenlos Terrorbefehle weiter und blockierte kritischeren Militärs den Weg zum Obersten Befehlshaber." (Ch. Zentner) Er setzte Hitlers Vernichtungsfantasien bedingungslos in militärische Befehle um und war damit einer der Hauptverantwortlichen für die Verbrechen in den besetzten Gebieten. Das Gericht verurteilte ihn zum Tod durch den Strang. Seine Bitte, erschossen zu werden, wurde abgelehnt.

Alfred Jodl

Er war zuletzt Generaloberst und Chef des "Wehrmachtsführungsstabes", sowie Hitlers wichtigster strategischer Berater. Er war eng mit Hitlers Angriffsplänen vertraut und wirkte führend an ihrer Ausarbeitung mit. Politischen Fragen versuchte er aus dem Wege zu gehen. Er war einer der Hauptverantwortlichen für den berüchtigten "Kommissarbefehl", der die Erschießung kriegsgefangener Politoffiziere der Roten Armee anordnete. Das Nürnberger Tribunal ließ Jodl hinrichten; eine deutsche Spruchkammer allerdings befand in einer umstrittenen Entscheidung 1953, dass er sich, da ausschließlich mit militärischen Fragen befasst, keines Verstoßes gegen das Völkerrecht schuldig gemacht habe.

Raeder und Dönitz

Der Großadmiral Erich Raeder wurde zu lebenslänglicher Haft "wegen Vorbereitung eines Angriffskriegs", als Leiter des Aufbaus der deutschen Kriegsmarine, verurteilt. Raeder stand treu zu seinem "Führer" und dessen Kampf gegen "Bolschewismus und Judentum". 1943 aber war er wegen rüstungspolitischer Differenzen mit Hitler zurückgetreten. Erich Raeder wurde aus gesundheitlichen Gründen bereits 1955 aus der Haft entlassen.

Raeders Nachfolger war Karl Dönitz, der auf Hitlers Befehl nach dessen Tod wenige Wochen lang Chef einer nur mehr pro forma existierenden deutschen Reichsregierung war. Dönitz' geschickter Verteidiger konnte, indem er das amerikanische und britische Zugeständnis erzwang, dass auch von alliierter Seite beim U-Boot-Krieg Verstöße gegen das Völkerrecht begangen wurden, für seinen Mandanten eine Verurteilung von nur zehn Jahren Gefängnis erzielen.